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Klimakarussell.Heiss-Kalte Fernbeziehung

Für langfristige Prognosen, wie sich Temperaturen und Niederschlagsmengen weltweit entwickeln werden, kann ein Blick in die Vergangenheit hilfreich sein. Am Institut für Geowissenschaften setzen daher Forscherinnen und Forscher die heutige Klimaentwicklung in einen langfristigen zeitlichen und räumlichen Kontext: Auf ver-schiedenen Zeitskalen von Jahrzehnten bis zu Jahrmillionen beobachten sie die Wechselwir-kungen zwischen dem Klima in den polaren und tropischen Breiten. Dabei stellten sie fest, dass Tropen und Polargebiete eine unerwartet enge heiß-kalte Klima-Fernbeziehung führen.

[Stefanie Kaboth, André Bahr Klimakarussell.Heiss-Kalte Fernbeziehung Forschungsmagazin „Ruperto Carola“ Nr. 13 (2018): Heiß & Kalt] PDF ganzer Artikel

„Der direkte Einfluss von Umweltveränderungen in den polaren Breiten auf das Klimageschehen in den Tropen zeigt die enge Verknüpfung ozeanischer und atmosphärischer Prozesse.“

„Die Zufuhr warmen Meerwassers an die europäische Atlantikküste steuerte maßgeblich das Ausmaß der Vergletscherung in Westeuropa.“

„Das Wechselspiel zwischen den warmen niederen und kalten hohen Breiten ist eine fundamentale Stell-schraube für die klimatische Evolution unserer Erde.“


Schiffsexpedition zur Klimadynamik


Mit einer vierwöchigen Expedition in den westlichen tropischen Atlantik mit dem Forschungsschiff METEOR hat ein internationales Team unter Leitung von Geowissenschaftlern der Universität Heidel-berg im Frühjahr 2016 historische Niederschlagsver-änderungen in Brasilien rekonstruiert. Die Forscher gewannen im Rahmen dieser Expedition Wasser- und Sedimentproben im Ausstrombereich von Flüssen entlang der brasilianischen Küste zwischen Rio de Janeiro und Fortaleza. Das vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt SAMBA (South American Hydrological Balance and Paleocea-nography during the Late Pleistocene and Holocene) fand unter enger Einbindung von Projektpartnern an den Universitäten São Paulo und Rio de Janeiro (Bra-silien) statt. Zu dem internationalen Team gehörten auch Mitglieder des Helmholtz-Zentrums für Ozean-forschung Kiel (GEOMAR), der Universität Frankfurt am Main sowie von Institutionen aus England, Italien und Kolumbien.

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Die Wissenschaftlerin

Prof. Dr. Kaboth-Bahr ist seit 2023 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geowissenschaften der Freien Universität Berlin. Sie erforscht marin-terrestrische Kopplungen während vergangener Kalt- und Warmzeiten. Vor ihrem Wechsel nach Berlin war sie an den Universitäten von Utrecht (Niederlande), Cambridge (Großbritannien), Montreal (Kanada), Taipeh (Taiwan), Heidelberg (Deutschland) und Postdam (Deutschland) tätig.

Kontakt
Freie Universität Berlin
Institut für Geologische Wissenschaften
Fachrichtung Paläontologie
E-Mail: stefanie.kaboth-bahr@fu-berlin.de